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Katzenkinder 

 

Katzenkinder

 

Ein neugeborenes Kätzchen ist sozusagen ein unbeschriebenes Blatt. Es trägt alle Anlagen in sich, um zu einer verspielten, anhänglichen und fröhlichen Hauskatze heranzuwachsen. aber man kann auch viel falsch machen. Selbst wenn es von der Katzenmutter gut gesäugt, versorgt und erzogen wird, braucht es Anregung durch den Menschen, um die Welt in all ihren Facetten kennen zulernen.
Katzenbabys sollten vor 12 Wochen nicht von der Mutter getrennt werden.

 

Sicher im Nest

Katzenmütter in freier Natur werfen und säugen ihre Jungen an einem ihrer Meinung nach sicheren Ort, an dem sie möglichst nicht gestört werden. Sobald die Katze glaubt, dass ihr Nest aus dem einen oder anderen Grund in Gefahr sein könnte, trägt sie die Kätzchen einzeln am Nackenfell an einen anderen Ort. Auch Hauskatzen zeigen dieses Verhalten nur allzu oft. Wundern sie sich also nicht, wenn die frischgebackene Katzenmutter mit ihrem Nachwuchs nicht in der von ihnen sorgfältig hergerichteten Wurfkiste bleibt, sondern die Jungen in den Wäschekorb oder an einen anderen, ihrer Ansicht nach völlig ungeeigneten Platz trägt.

 

Schritt für Schritt

Die Katzenmutter spielt mit den Jungen Schritt für Schritt ihr gesamtes späteres Verhaltensrepertoire durch. Die Kätzchen üben zum Beispiel, Beziehungen zu anderen Katzen aufzubauen, auf Sicherheit bedacht zu sein, sich beim Spielen einen Platz in der Rangordnung zu erkämpfen und beim Fangen von Beute geduldig zu sein. Eine Sache jedoch kann die Katzenmutter ihren Kindern nicht beibringen - sie ist auch nicht angeboren: den Kontakt zum Menschen zu suchen.
Der Vertrauensaufbau muss vom Menschen ausgehen. Sie müssen wissen, wie ein Kätzchen sich entwickelt und zu welchem Zeitpunkt sie dabei eine äußerst entscheidende Rolle spielen.

 

Taub und Blind

Kätzchen werden taub und blind geboren. Allerdings können sie schon riechen und fühlen und mit Hilfe einer angeborenen, reflexartigen Schaukelbewegung des Kopfes die Zitzen ihrer Mutter finden. Dabei helfen ihnen die Schwingungen, die vom schnurrenden Mutterleib ausgehen.
In den ersten beiden Wochen (neonatale Phase) besteht das Leben der Kätzchen hauptsächlich aus Trinken und Schlafen. Die Rolle des Menschen ist hier noch recht eingeschränkt, aber sie haben die Kleinen sicher schon einmal mit dem Finger über den runden, gut gefüllten Bauch gestreichelt. Außerdem haben sie sie schon regelmäßig in der Hand gehalten, etwa beim Säubern der Wurfkiste.
Neugeborene Kätzchen können sich dagegen kaum wehren, sie können sich nur winden, mit den Pfoten zappeln und für ihre geringe Größe schon sehr heftig fauchen. Trotz ihrer Abneigung ist dieser positive, immer kurze Kontakt mit dem Menschen absolut notwendig. Etwa am zehnten Tag öffnen sich dann die Augen und die Ohren.

 

Klingt bedeutend, ist aber normal : Sozialisieren

Die Katzenjungen müssen sozialisiert werden. Das klingt zunächst vielleicht sehr streng, aber es ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass aus ihnen gute Hauskatzen werden. Sozialisieren bedeutet, die Kätzchen in der direkten Umgebung des Menschen (also im Haus, an einer geeigneten Stelle im Wohnzimmer, nicht im Gästezimmer und auf keinem Fell im Zwinger oder Schuppen) aufzuziehen. Kommen sie während der so genannten Sozialisierungsphase - wenn sie ungefähr vier bis zwölf Wochen alt sind - nicht oder zu wenig in Kontakt mit Menschen, wird nie ein wirklich gutes Verhältnis zwischen Mensch und Katze entstehen. Solche Katzen werden immer zurückhaltend oder geradezu scheu bleiben, obwohl sie durchaus fröhlich und spontan hätten werden können.
Der Mensch muss die Kätzchen schon zu Beginn dieser Phase intensiv und regelmäßig mit seinen unterschiedlichen Verhaltensweisen vertraut machen. So müssen die Kätzchen früh an das Aufnehmen, Streicheln, Knuddeln, an Kontaktspiele, Bewegungen und allerlei verschiedene Geräusche gewöhnt werden: an den Klang ihrer Stimme, die Geräusche des Radios (drehen sie die Lautstärke ruhig einmal richtig auf), den Fernseher, Kinderstimmen, den Staubsauger (von diesem fauchenden Ungeheuer haben Katzen oft große Angst), einfach an alles, was sich in einem durchschnittlichen Haushalt abspielt.
In gewissen Maße sozialisieren sich Katzenjungen auch gegenseitig, dazu brauchen sie jedoch ihre Geschwister. Ein Einzelkätzchen hat es in dieser Hinsicht sehr schwer. Es hat nur seine Mutter, an der es sich spielen kann, daher ist die Erziehung durch den Besitzer eine notwendige Unterstützung.

 

Von einander lernen

Katzenbabys lernen nicht nur von ihrer Mutter, sondern auch von einander. Bei Kampf- und Jagdspielen probieren sie aus, wie weit sie beim Kratzen und Beißen gehen können. Wenn ein Kätzchen das andere beißt, wird das sofort mit gleicher Münze heimgezahlt.
Kätzchen schreien auch ungehemmt, wenn sie gebissen werden. so bringen die Geschwister einander bei, dass sie nicht einfach machen können was sie wollen.

 

Mögliche Schwierigkeiten mit Einzelkätzchen

Ein Einzelkätzchen ist im Nachteil, da es nicht mit seinen Geschwistern spielerisch Verhaltensregeln einüben kann. Natürlich wird es von seiner Mutter erzogen, wenn sie in der Nähe ist, aber Katzenmütter sind oft stärker motiviert, sich um eine große Anzahl von Jungen zu kümmern als um ein Einzelnes. Dieses überlassen sie viel schneller seinem Schicksal als ein volles Nest. Anscheinend gehen für manche Katzenmütter von einem einzelnen Kätzchen nicht genügend Reize aus, um ihre gesamte Mütterlichkeit zu entfalten.
Glücklicherweise gibt es auch Katzenmütter, die ihre Aufgabe hervorragend erledigen und ihr Einzelkätzchen vorbildlich erziehen. Andere bringen das leider nicht fertig, und dann muss der Katzenbesitzer nachhelfen.
Einzelkätzchen neigen eher zu Verhaltensauffälligkeiten wie Stubenunreinheit, Beißen oder Kratzen. Das gilt auch für Kätzchen, die zu früh aus dem Nest gegeben werden. Daher ist es äußerst unvernünftig, die Kätzchen von ihrer Mutter und ihren Geschwistern zu trennen, wenn sie jünger als zehn Wochen sind.
Bei den meisten Katzenzuchtverbänden gilt die Regel, dass Kätzchen, die in ein Stammbuch eingetragen sind, erst am Alter von zwölf bis dreizehn Wochen abgegeben werden dürfen.

 

Der Umgang mit Einzelkätzchen

Zeigen sie dem Katzenjungen deutlich, dass es zu weit geht, wenn es sie beißt. Auch wenn der Biss wirklich nicht weh tut, müssen sie es zurechtweisen. Ein Verhalten, das in diesem Alter noch süß und niedlich erscheint, kann bei der erwachsenen Katze ausgesprochen unangenehm und sogar gefährlich werden. Wenn sie ihrem Kätzchen jetzt nicht beibringen, dass es sich in bestimmten Situationen zurückhalten muss (es darf nicht kratzen oder beißen), dann kommt es sie und das Kätzchen später teuer zu stehen. Sie müssen in diesem Fall ihre Katze neu sozialisieren oder umerziehen, eventuell sogar unter der Anleitung eines Verhaltensexperten.
Das ist eine schwierige Aufgabe, und manchmal lässt sich eine Katze überhaupt nicht umerziehen.
Einzelkätzchen müssen aber noch lange keine unangenehmen Haustiere sein. Mit diesen Kätzchen, die man Felis ludens nennen könnte, entsteht oft eine sehr enge, einzigartige Beziehung.

 

Kratzen und Beißen

Jedes Mal, wenn ihr Kätzchen sie beim Spielen beißt oder kratzt, weisen sie es mit der Stimme zurecht. Rufen sie "Pfui!", "Nein!" oder "Au!". Es wird ihnen nicht schwer fallen, spontane Entrüstung in ihre Stimme zu legen, denn die Zähne und Krallen junger Kätzchen sind scharf wie Rasierklingen. Einem ungelehrigen Kätzchen können sie ruhig mit dem Finger einen Klaps auf die Nase geben, um ihrer Rüge Nachdruck zu verleihen. Es muss begreifen, dass Kratzen und Beißen unerwünscht sind. Die meisten Katzen lernen schnell, spielerisch zu beißen, ohne die Zähne zu gebrauchen und zu kratzen, ohne die Krallen auszufahren.

 

Spielen - eine ernste Sache

Junge Tiere sind sehr verspielt, und das ist für Kätzchen auch unbedingt notwendig. Im Spiel wird alles eingeübt, womit erwachsene Katzen sich später in der Katzengesellschaft (Rangordnung) und als Hauskatze in der Menschengesellschaft behaupten müssen.
Übrigens haben Wissenschaftler festgestellt, dass Hauskatzen Zeit ihres Lebens in einer Art Kinderphase stecken bleiben. Deshalb betrachten Katzen den Menschen oft als Katzenmutter und Erzieher. Da die Menschen ihre Katzen auch oft wie Kinder behandeln, schießt sich der Kreis.

 

Scheinkämpfe

Schon wenn sie noch sehr unbeholfen auf den Pfoten sind, beginnen Kätzchen miteinander zu spielen. Sie fallen übereinander her, versuchen, einander zu beißen und zu schlagen. Die Sache wird schnell rau, und sie fassen einander immer härter an, trotzdem bleibt alles Spiel.
Die Scheinkämpfe junger Kätzchen sind spannend zu beobachten: Alle Teile eines Kampfes wie Angriff, Verteidigung, Anstarren, Wegschauen und Rückzug werden so geübt.
Bei den Scheinkämpfen kann man die typische Katzen-Körpersprache beobachten: Imponiergehabe, der Buckel, der Flaschenbürsten-Schwanz und die eigenartige Körperhaltung, die Angriff und Flucht zugleich darstellt.
Selbst kleine Katzen wissen, dass alles nur ein Spiel ist, und so bleiben die Krallen oft eingezogen. Das erkennen sie aus allerlei feinen Nuancen ihrer Körpersprache. Sie üben Kampftechniken, wissen aber auch, dass sie vorsichtig miteinander umgehen müssen.

 

Jagdspiel

Scheinkämpfe können nahtlos in Jagdspiele übergehen, bei denen die Kätzchen einander auflauern, sich jagen fangen, sich sogar spielerisch tot beißen und zugleich vor ihrer eigentlichen Frechheit erschrecken. Im Eiltempo folgen die verschiedenen Verhaltensweisen aufeinander, wobei die Kätzchen von einem Augenblick zum nächsten die Rolle wechseln. Eben noch nimmt Kätzchen X die Verfolgung auf, dann ist es wieder Kätzchen Y, das sein Geschwisterchen überfällt, besiegt und fest uns Ohr, in die Pfote oder den Schwanz beißt. Die Beute lässt sich aber nicht alles gefallen: Zur Warnung oder Verteidigung schreit sie laut und verwandelt sich sogleich wieder in den Jäger.

 

Paarungsspiel

Das Katzenspiel enthält zudem alle Elemente des Paarungsverhaltens, auch wenn das Paarungsverhalten noch nicht so bewusst wie bei erwachsenen Katzen abläuft. Übereinandersteigen, das Nackenfell des anderen ins Maul nehmen und den Roller anstoßen (mit einer Hinterpfote das Hinterteil des anderen anschieben, wie Kater es mit rolligen Katzen tun, damit diese ihr Hinterteil in die Luft recken, um den Akt zu erleichtern), das alles können sie bei ihren Kätzchen schon beobachten.

 

Spielen sie mit ihren Kätzchen

Nicht alle Katzenjungen sind gleichermaßen verspielt. Manche haben ein besonders spontanes und heftiges Temperament, andere sind sehr zurückhaltend. Sie vertiefen die Beziehung zu ihrem Kätzchen, wenn sie es zum Spielen ermuntern. Das können sie mit oder ohne Spielzeug tun, und zwar mit Bällen, Papierkugeln oder Kartons mit eingeschnittenen Löchern. Kätzchen spielen gern mit ihren Menschen. Sie laden sie sogar oft zum Versteck- oder Fangspiel ein. Machen sie ruhig mit, das ist nicht kindisch.

 

Hausordnung

Es gibt keine festen Regeln dafür, was ihr Kätzchen tun darf und was nicht. Ihre Hausordnung muss nicht mit denen anderer Katzenbesitzer übereinstimmen. Die Katze der Nachbarn darf nicht auf den Tisch, ihre schon. Das müssen sie selbst festlegen. Wenn sie ihrem Kätzchen ab und zu ein Stückchen Wurst vom Esstisch geben, ist das in Ordnung. Darüber entscheiden sie selbst. Aber dann müssen sie damit rechnen, dass ihr Kätzchen irgendwann anfängt zu betteln. Das ist nicht schlimm, wenn sie sich nicht über eine bettelnde Katze ärgern.
Erziehen sie ihr Kätzchen so, dass es nicht in Gefahr gerät. Lassen sie es nicht auf den Herd oder das Bügelbrett springt.

 

Belohnung

Blohnungen sind sehr wichtig, wenn sie ihrem Kätzchen etwas beibringen wollen. Am Anfang können sie ihm als Belohnung etwas zum Naschen geben, etwas kleine Leckerbissen (ein Stückchen gebackene Leber oder ein Katzenleckerli). Später müssen Streicheln, Schmusen oder ein lohnendes Wort ausreichen. Geben sie in späteren Trainingsphasen nur hin und wieder zur Bestätigung des guten Betrages Futter als Belohnung.

 

Gebrauch von Namen

Gebrauchen sie Namen ihres Kätzchens immer freundlich und positiv. Schimpfen sie es nie mit dem Namen; sagen sie also nicht "Pinkie, lass das!", sondern immer "Nein! lass das!", oder "Pfui! Aufhören!"
Der Name muss für ein Katzenjunge immer mit etwas positivem verbunden sein. Benutzen sie den Namen, wenn sie mit dem Kätzchen schmusen, wenn sie es streicheln oder wenn sie es zum Füttern rufen.

 

Klar und konsequent

Machen sie deutlich, was sie von ihrem Kätzchen wollen. Passen sie die Intonation ihrer Stimme an ihre Forderungen an. Wenn sie sich nicht klar ausdrücken, kann das Kätzchen nicht verstehen, was sie von ihm wollen.
Katzen denken nicht logisch. Sie müssen also sehr konsequent sein in den Dingen, die sie verbieten. Wenn ihr Kätzchen in die Gardinen klettert, dann müssen sie zum einen sehr deutlich machen, dass sie das nicht wollen und eine alternative (Kletterbaum) anbieten, und zum anderen sehr konsequent sein.
Wenn sie nicht wollen, dass ihr Kätzchen in die Gardinen klettert, dürfen sie es ihm niemals erlauben, auch nicht aus Spaß oder weil sie die ständigen Verbote müde sind.
Für die Übungen mit ihrem Kätzchen gilt: Bleiben sie immer geduldig und freundlich. Ihre Stimmung überträgt sich auf das Tier, wenn sie sich ärgern, weil ihrer Meinung nach die Fortschritte zu lange auf sich warten lassen, dann kann es erst recht nichts mehr leisten. Üben sie immer in einer positiven Atmosphäre. Wenn sie einmal nicht in Stimmung sind, üben sie besser nicht.

 

Tadeln

Tadeln sie das Katzenkind immer sofort, am besten unmittelbar dann, wenn es etwas tut, das es nicht darf, oder zumindest dann, wenn es gerade dabei ist. Hinterher zu tadeln oder gar zu strafen zeigt keinerlei Wirkung. Das Kätzchen muss einen Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und dem Tadel herstellen können. Nur dann wird es merken, dass ihnen nicht gefällt, was es gerade tut.
Wenn ihr Kätzchen nicht versteht, warum sie es strafen, wird es in Zukunft versuchen, sie in bestimmten Situationen zu meiden, und dann haben sie keinen pädagogischen Zugang mehr zu ihm.

 

Tadel dosieren

Das Verhältnis zu ihrem Kätzchen muss von Anfang an positiv sein. Vermeiden sie Situationen, in denen sie das Kätzchen immer wieder tadeln oder bestrafen müssen. Natürlich gibt es Umstände, unter denen sie zur Wasserpistole oder Pflanzenspritze greifen müssen, um zu verhindern, dass ihr Kätzchen sich danebenbenimmt. Ständiges Tadeln stumpft das Kätzchen jedoch ab. Wenn sie immer weiter schimpfen, lässt die Wirkung stark nach, sorgfältig dosiert dagegen wirkt Tadel Wunder in der Erziehung.

 

Der richtige Zeitpunkt für Belohnung und Tadel

Wenn eine Katze den Zusammenhang zwischen Belohnung oder Tadel und ihrem richtigen oder falschen Verhalten nicht versteht, entfällt die erzieherische Wirkung vollkommen.
Belohnen sie die Katze während oder (wenn sie das Verhalten nicht unterbrechen wollen) sofort nach dem Verhalten, damit sie merkt, warum sie belohnt wird.
Tadel erfolgen am besten vor oder während des Verhaltens. Wenn ein Kätzchen gerade Anstalten macht, das Sofa zu zerkratzen und sie es mit tadelnder Stimme davon abhalten können, ist das optimal. Wer sein Kätzchen gut im Auge behält, kann viele solche Situationen abfangen.
Ansonsten muss während oder sofort nach dem Verhalten getadelt werden, damit das Kätzchen die Rüge versteht.
Wenn es sich bereits einer neuen Sache zugewendet hat, kann es ihren Verweis - und wenn sie noch so deutlich werden - nicht einordnen und absolut nicht verstehen, was sie von ihm wollen. Das sollte sie nicht ärgern, denn das Kätzchen hat eine Fähigkeit nicht, die uns manchmal sehr nützlich ist : Es kann nicht so tun, als ob es etwas nicht versteht.

 

Strafe

Früher war man der Meinung, dass Strafe zu guten Erziehungsresultaten führt. Tatsächlich verträgt die eine Katze auf diesen Gebiet viel mehr als andere (sie müssen die Sensibilität ihres Kätzchens möglichst genau einschätzen und testen), aber in der Regel hat Strafe keine positive Wirkung; es gibt sogar Katzen, die geistig vollkommen abschalten und nicht mehr in der Lage sind zu verstehen, was sie dürfen und was nicht.

 

Hilfsmitteln beim Tadeln:
  • Ihre Stimme (passen sie diese der Situation an; Katzen sind sehr empfindlich für Intonation)
  • Mit einer zusammengerollten Zeitung auf den Tisch schlagen (um ihre Stimme zu unterstützen)
  • In die Hände klatschen
  • Pflanzenspritze oder Wasserspritzpistole
Absolut unzulässig in der Erziehung und Ausbildung ihres Kätzchens sind Erziehungsmethoden wie:
  • Laut schreien
  • Schimpfen
  • Schlagen
  • Fest aufstampfen

Es hat nichts mit Höflichkeit zu tun, dass sie diese Methoden vermeiden sollten, sondern einfach damit, dass ihr Kätzchen dadurch verwirrt wird und abstumpft und so das Verhältnis zu ihrem Haustier unter Druck gerät. Nur wenn das Katzenjunge ihnen vertraut und eine innige Beziehung zu ihnen hat, ist es in der Lage, von ihnen zu lernen.

 

Pflanzenspritze und Wasserpistole

Dass sie noch einmal mit der Wasserpistole spielen würden, hätten sie wahrscheinlich nicht gedacht. Wenn sie das Gerät richtig einsetzen, kann es bei der Erziehung ihres Kätzchens positive Wirkung haben. Anstelle einer Wasserpistole können sie auch eine Pflanzenspritze benutzen. Das Geheimnis von Pflanzenspritze und Wasserpistole liegt darin, dass sie das Katzenkind mit einem Wasserstrahl erschrecken, wenn es etwas tun will oder tut, was es nicht darf. Diese Form des Tadelns wirkt aber nur dann, wenn das Kätzchen nicht begreift, dass der Wasserstrahl von ihnen kommt. sonst sieht es sie bald als den Bösewicht, der ihm den Spaß verdirbt.
Wer nicht gern mit Wasser spielt, muss sein Kätzchen von Anfang so konsequent erziehen, dass die Stimme zur Korrektur ausreicht. Bei den meisten Katzenjungen gelingt das auch.

 

Sauberkeitserziehung

Weil Katzen von Natur aus sehr reinlich sind, fällt es meist nicht schwer, ein stubenunreines Kätzchen zu erziehen. Es fordert allerdings einigen Einsatz, und sie sollten sich Zeit dafür nehmen. Bis zur Eingewöhnung (die Kätzchen bekommen zum ersten Mal festes Futter, nachdem sie die ganze Zeit nur Muttermilch getrunken haben) sorgt die Katzenmutter für "saubere Windeln".
Während sie die Kätzchen mit der Zunge am Bauch und im Analbereich massiert, scheiden sie aus. Die geringen Mengen an Kot und Urin werden vom Muttertier aufgeleckt. Sobald die Jungen festes Futter bekommen, hört sie mit dieser Pflege auf. Von da an beginnt die Sauberkeitserziehung. Die Kätzchen sehen, dass die Mutter zur Katzentiolette geht um die Bedürfnisse zu erledigen. Schlau Junge machen es ihr gleich nach, einige schon im Alter von drei Wochen. Der Geruch einer Katzentoilette (auch einer sauberen), sagt ihnen, dass sie für ihre großen und kleinen Geschäfte dort hinein müssen. Besonders intelligente Katzenmütter tragen ihre Jungen in diesem Alter sogar am Nackenfell zur Katzentoilette.
Sollte ihr Kätzchen aus dem einen oder anderen Grund nicht sauber sein (die Katzenmutter hat es nicht zur Sauberkeit erzogen, es konnte keine Sauberkeit lernen, weil es zu früh aus dem Nest geholt wurde), dann müssen sie ihm alles beibringen. 
Das können sie folgendermaßen tun: Bleiben sie tagsüber mit ihrem Kätzchen in einem bestimmten Raum, in dem auch die Katzentoilette steht. Behalten sie das Tier im Auge. Im Prinzip "müssen" Kätzchen immer nach der Nahrungsaufnahme, nach dem Spielen und gleich nach dem Aufwachen. Setzten sie es unmittelbar danach in die Kiste und auch immer dann, wenn sie merken, dass es "muss". Loben und streicheln sie es, wenn es etwas in die Kiste gemacht hat.
Der Rand der Kiste darf nicht zu hoch sein, außerdem muss die Toilette an einem leicht erreichbaren Platz stehen und mit dem Material gefüllt sein, an das das Kätzchen gewöhnt ist; sorgen sie auch dafür, dass die Katzentiolette immer sauber ist. Entfernen sie den Kot so schnell wie möglich. Benutzen sie kein Raumspray, um den Geruch der Katzentoilette zu beseitigen. Es gibt Katzen, die ihre Kiste deshalb nicht benutzen.
Da sie ihr Kätzchen nachts nicht im Auge behalten können, aber vermeiden wollen, dass sie es auf die Bettdecke uriniert, bringen sie es am besten in einem speziellen Käfig im Schlafzimmer unter.
Stellen sie das Schlafkörbchen und die Katzentoilette hinein. Das Kätzchen wird sein Schlafkörbchen nicht schmutzig machen und sein Geschäft in der Kiste deponieren.
Sperren sie das Kätzchen allerdings nur nachts in den Käfig. Tagsüber muss es Gelegenheit haben, auf normale Weise sauber zu werden.
Bei allem, was sie in dieser Erziehungsphase mit dem Katzenkind üben, müssen sie bedenken, dass das Tier nicht mit Absicht kratzt, beißt oder stubenunrein ist, um sie zu ärgern. Regen sie sich also nicht auf, sondern bringen sie ihm konsequent bei, wie es sich verhalten soll. Ein wirkungsvolles Hilfsmittel: Pheromonspray für die Stellen, an denen das Kätzchen gesündigt hat. Wo es nach Pheromonen riecht, macht keine Katze ihr Geschäft.

 

Treteln

Katzen treteln mit ihren Vorderpfoten (oft mit ausgestreckten krallen) auf ihren Knien, wenn sie auf ihrem Schoß liegen. Dieses Zeichen des besonderen Wohlbefindens ist eine Fortsetzung des Milchtretens, womit sie die Zitzen ihrer Mutter beim Säugen bearbeiteten. Sie sollten ihr Kätzchen also für dieses Verhalten nicht tadeln. Nehmen sie es einfach von ihrem Schoß oder fangen sie die tretenden Vorderpfoten ab, wenn sie keine Laufmaschen in der Kleidung haben wollen.

 

Spielen mit und Fressen von Zimmerpflanzen

Das Fressen von Zimmerpflanzen kann für die Katze gefährlich werden, denn es sind viele giftige darunter wie Begonien, Dieffenbachie (Schweigerohr) und Oleander. Unterbrechen sie das Verhalten mit lauter Stimme. Ungelehrige Kätzchen erziehen sie mit der Wasserpistole oder Pflanzenspritze. Am besten ist es natürlich, wenn Tierliebhaber erst gar keine giftigen Pflanzen im Haus oder im Garten haben. Verlassen sie sich nicht darauf, dass ihr Kätzchen weiß, von welchen Pflanzen es krank werden oder sogar sterben kann.

 

Aus der Hand fressen

Kranke Katzen verlieren oft den Appetit, meist hilft es, sie mit der Hand zu füttern. Das ist allerdings kein leichtes Unterfangen, wenn ihr Kätzchen nie gelernt hat, ihnen aus der Hand zu fressen. Geben sie ihrem Kätzchen, wenn es Hunger hat und sprechen sie ihm aufmunternd zu. Belohnen sie es, wenn es das Futter annimmt, indem sie es streicheln. Wenn es mit normalem Futter nicht gelingt, versuchen sie es mit einem Katzenleckerli, einem Stück gebackener Leber oder einem halben Scheibchen Wurst.

 

Stehlen

Mit Sicherheit versucht ihr Kätzchen ein Beefsteak zu mopsen, wenn solche Köstlichkeiten unbewacht auf der Anrichte steht. Sein Überlebensdrang verbietet ihm, Futter zu verschmähen.
Sie können ihm aber beibringen, dass es auf der Anrichte nichts zu suchen hat.
Sobald es Anstalten macht, hinaufzuspringen, sagen sie streng "Pfui!". Springt es trotzdem, nehmen sie es wieder herunter und tadeln es. Lassen sie es am besten nicht mit verlockendem Futter allein.
Manche Dinge kann man einer Katze nicht abgewöhnen, etwas aus dem Napf des Hundes zu fressen. Da hilft nur ihre tadelnde Stimme, und bei ungelehrigen Kätzchen die Pflanzenspritze.

 

An Möbeln kratzen

Beenden sie das Kratzen an den Möbeln mit einem lauten "Pfui!" Bringen sie das Kätzchen schnell, aber freundlich zum Kletterbaum und ziehen sie seine Vorderpfoten über die raue Oberfläche.

 

Betteln

Das Betteln ist leicht zu lernen und schwer wieder abzugewöhnen. Wer keine bettelnde Katze haben will, darf ihr von Anfang an nie etwas vom Tisch zu fressen geben.
Ein Trick: Sperren sie das Kätzchen während der Mahlzeiten in ein anderes Zimmer, oder geben sie ihm kurz vor dem Essen sein eigens Futter in seinem eigenen Napf an seinem eigenen Platz.

 

An der Leine gehen

Mit viel Geduld und Übung können sie ihrem Kätzchen beibringen, an der Leine zu gehen. Viele Katzen gewöhnen sich daran, und es kann praktisch sein, etwa für den Tierarztbesuch.
Am besten eignen sich Katzengeschirre, mit einem kürzeren Riemen für die Brust und einem längeren für den Rumpf. Auf der Schulter wird mit einer Schnalle die Leine befestigt.
Anfangs legen sie dreimal am Tag für fünf Minuten das Geschirr an. Wenn das Kätzchen sich nicht mehr dagegen wehrt, befestigen sie die Leine und lassen sie hinter ihm herschleifen (drei- bis viermal am Tag, nie länger als fünf Minuten). Akzeptiert das Kätzchen auch das, nehmen sie die Leine in die Hand und gehen mit ihm spazieren. Zuerst gehen sie neben ihm her, es muss ihnen noch nicht folgen. Hat es auch das gelernte, können sie es (mit einer Belohnung) in die Richtung locken, in die sie gehen wollen. Ermuntern sie es mit der Stimme.

 

Halsband

Katzen, die nach draußen dürfen, sollten ein Halsband mit Glöckchen tragen. Damit werden Vögel gewarnt, so dass sie rechtzeitig die Flucht ergreifen. Kaufen sie ein Halsband mit Sicherheitsverschluss, der sich automatisch öffnet, wenn das Kätzchen hängen bleibt.
Legen sie dem Kätzchen das Halsband dreimal am Tag für fünf Minuten an.
Am Anfang wird es sich heftig wehren.
Tadeln sie es nicht und behalten sie es gut im Auge. Nach ein paar Tagen hat es sich an das Halsband gewöhnt.
Wohnungskatzen brauchen kein Halsband. Lassen sie ihr Kätzchen trotzdem regelmäßig zur Übung für kurze Zeit eines tragen, damit es das später noch kann, wenn es Gelegentlich zum Auslauf im Garten hat.

 

Abwechslungsreiches Futter

Eine Katze, die nicht wählerisch werden soll, muss schon als Jungtier an unterschiedliches Futter gewöhnt werden.
Wenn das Tierchen seit ein paar Wochen festes Futter zu sich nimmt (anfangs Babybrei mit dünnen Scheiben Herz, später Katzenkinder-Futter aus der Dose), bekommt es verschiedene Sorten Dosenfutter, Trockenfutter und ab und zu frisches Futter (Rinderherz, Hühnerherzen, gekochten Fisch).
Vegetarisches Futter ruft bei Katzen Taurin-Mangel hervor, der zum Erblinden führen kann.

 

Klebende" Kätzchen

Wenn sie meinen, dass ihr Kätzchen übertrieben anhänglich ist, können sie versuchen, das Tier etwas unabhängiger zu machen - auch um seiner eigenen Freiheit und Freude willen. Nehmen sie es nicht zu oft auf den Arm oder Schoß, rollen sie beim Spielen Bälle oder Papierkugeln von sich weg. Streicheln ist erlaubt, aber sie sollten mit solchen Kätzchen nicht oft schmusen.

 

"Distanzierte" Kätzchen

Auch das Gegenteil ist zu beobachten.
Zu einem distanzierten Kätzchen müssen sie viel Körperkontakt halten; schmusen sie zur Belohnung mit ihm, oder locken sie es mit Leckerli auf ihrem Schoß.

 

Rangordnung

In der Regel haben Kätzchen, die körperlich stärker sind, besseren Zugang zu den Zitzen der Katzenmutter. Wenn ein Wurf aus vier oder mehr Kätzchen besteht, versuchen sie einander oft zu verdrängen, vor allem von den Zitzen, die besonders gelehrig sind. Aber Äußerlichkeiten können irreführen, und manchmal steckt in einem zierlichen Körper ein kleiner Raufbold. Wer ein Auge dafür hat, merkt schnell, dass Kätzchen mit unterschiedlichem Charakter ausgestattet sind. Es gibt die bekannten Klischees - den gemütlichen Dicken, den großen, furchtlosen schweren Jungen, den zierlichen Kämpfer oder den kleinen Schwächling - und natürlich allerlei Zwischenstufen.

 

Dominante Kätzchen

Selbstbewusste Kätzchen zeigen gegenüber ihren Geschwistern von Anfang an dominiertes Verhalten. Sie sind der Hahn im Korb und drängeln sich vor, wenn es ums Essen geht. Wenn sie die kleinen auf den Rücken drehen und ihren Bauch streicheln, setzen sie sich heftiger zur Wehr als weniger dominante Kätzchen.
Weil die Rangordnung (Hierarchie) sehr eng mit dem Lebensraum oder Territorium verbunden ist, beanspruchen dominante Katzen - und das beginnt schon bei jungen Kätzchen - die besten Plätze. Dazu gehört vor allem solche, von denen sie Aussicht auf das Geschehen im Haus besonders gut ist, und solche, an denen es besonders warm und gemütlich ist. Meist sind dominante Kätzchen auch gesprächiger als andere; sie lassen mehr von sich hören.

 

Unterwürfige Kätzchen 

Das Gegenteil vom dominant ist unterwürfig, aber zwischen diesen Extremen liegt eine Reihe von Zwischenstufen. Kätzchen, die nicht dominant sind, verhalten sich meist eher zurückhaltend.
Sie lassen dominanteren Kätzchen den Vortritt beim Fressen und beim Betteln um Aufmerksamkeit, und sie überlassen die besten Plätze im Haus ihren dominanten Artgenossen.
Um zu verhindern, dass diese Kätzchen beim Fressen nicht ausreichend zum Zuge kommen, ist es wichtig, dass jedes Kätzchen einen eigenen Futternapf hat.

 

Junge Katzen und Kater

Weibliche Katzenbabys sind meist etwas ausgelassener und schneller von Begriff, mit einem Wort schlauer als Kater. Sie entfernen sich weiter vom Nest, und es sieht ganz danach aus, als würden sie auch schon in sehr zartem Alter auf ihre Aufgabe als Mutter vorbereiten, die sie später einmal erwartet. Kleine Kater können sich da etwas mehr Zeit lassen (aber auch sie können ganz schön herrisch sein); sie müssen schließlich kein Nest mit Futter versorgen und keinen Nachwuchs erziehen. Es braucht schon einiges, um dieser Aufgabe gewachsen zu sein. Wissenschaftler haben entdeckt, dass Katzen deshalb ein größeres Gehirnvolumen haben als Kater. Das glaubt man auf den ersten Blick gar nicht, weil Kater oft wegen ihrer stärkeren Kiefermuskulatur einen größeren Kopf haben als Katzen. Außerdem haben erwachsene Kater oft eine feste Muskelmasse am Unterkiefer.
Bei einigen Rassekatzen ist das sogar ein vorgeschriebenes Rassemerkmal (Kartäuser). Trotz dieser äußerlichen Erscheinungen von Kraft und Macht sind es die Katzen, die in vielen Situationen die Führung übernehmen (Partnerwahl, Gruppenführung, Niederlassen, Nachwuchs erziehen).